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Social Media

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Wie soll ich denn mit Social Media klarkommen?

Frustriert schließe ich die Instagram-App wieder. Das wird doch nie was, denke ich. Als wenn es nicht schon schwierig genug gewesen wäre meinen Online Shop einzurichten, aber ihn jetzt auch noch zu bewerben, ist fast noch mehr Aufwand. Vielleicht war es auch etwas kurz gedacht, aber eine schöne Internetseite und guter Customer Service sollten doch eigentlich schon die halbe Miete sein. Aber jetzt sitze ich hier, ohne jegliche Social Media Erfahrung und soll mein Unternehmen irgendwie promoten. Stories, Reels, Feed-Beiträge… wie soll man da denn durchblicken? Dann werden diese Social Media Apps auch noch gefühlt täglich aktualisiert und neue Funktionen hinzugefügt.

Dann fangen wir mal mit einer Story an

Ok, denke ich, einfach ruhig Blut bewahren. Ich öffne die App wieder und versuche erneut eine Story anzufangen. Einen Hintergrund, der optisch zu meinem Online Shop passt, habe ich mir immerhin schon rausgesucht. „Hi Leute, heute erzähle ich euch was…“, beginne ich zu schreiben, lösche es dann aber gleich wieder. Das klingt doch super langweilig! Also noch einmal: „Kennt ihr schon mein neuestes Produkt?“ Na gut, kein Geniestreich, aber es reicht wohl erstmal. Die Schrift sieht aber irgendwie noch nicht so gut aus. Vielleicht kann ich sie mit einem Effekt ins Bild holen? Oder dieser farbige Schrifthintergrund? Egal was ich versuche, nichts gefällt mir.

Kurzvideos in allen Social Media Apps

Vielleicht liegt es auch einfach am Format der Story und ich sollte etwas ganz anderes versuchen. Gut, dann vielleicht ein Reel? Diese Form von kurzen Videos gibt es mittlerweile wohl sehr oft in Social Media Apps. Ich schaue mir erstmal ein paar an. Sie sehen alle sehr schnelllebig aus – viele Schnitte, es wird kaum gesprochen und eigentlich alle sind mit Musik unterlegt. Viel einfacher sieht das nun auch nicht aus. Vielleicht sollte ich einfach was in die Kamera sprechen? Ich stelle mein Handy vor mir auf den Tisch und drücke auf Aufnahme.

Social Media Group

Karrierewechsel zum Moderator? Wohl eher nicht.

Als ich mir das Video anschaue, dass ich gerade gedreht habe, zieht sich mein Bauch unangenehm zusammen. Wie verkrampft ich wirke! Und sage ich immer so oft „Ehm…“? Furchtbar. Das muss auf jeden Fall wiederholt werden. Ich überlege mir also am besten vorher, was ich alles sagen will. Die Aufnahme läuft. Dieses Video ist schon besser geworden, aber wirklich souverän wirkt es auch nicht, ganz abgesehen davon, dass es die Obergrenze von 30 Sekunden weit übersteigt. Vielleicht sollte ich mir meinen Text einfach aufschreiben und hinter der Kamera platzieren. Gesagt, getan. Aber auch dieses Video landet sofort im Papierkorb, es ist absolut offensichtlich, dass ich ablese – ich klinge wie ein Roboter.

Dann füttern wir eben den Feed

Mein Tagesziel war heute irgendeinen Social Media Beitrag zu veröffentlichen, das sollte doch wohl machbar sein! Ich nehme mir also erstmal eine kurze Kaffeepause und versuche es dann erneut. Vor der Kamera reden ist allerdings offensichtlich nicht meine Stärke, deshalb versuche ich es jetzt mal mit einem Feedbeitrag. Ein Produktfoto habe ich schon in meiner Galerie, das muss jetzt nur noch gut betitelt und in Szene gesetzt werden. Soll ich noch einen Filter drüber legen? Manche sehen ganz gut aus, aber irgendwie auch gekünstelt. Das lassen wir dann lieber. Weil ich offenkundig kein Quellbrunnen der Kreativität bin, bleibe ich lieber bei einer kurzen und prägnanten Überschrift.

Kein Social Media ohne Hashtag

Fast wollte ich schon auf posten drücken, als mir siedend heiß die Hashtags einfallen! Die sind doch auf jeder Social Media Plattform unabkömmlich, oder? Also was nehme ich jetzt? Ein Bekannter sagte mir mal, dass durch diese Hashtags vor allem fremde Leute auf die Profile geleitet werden, weil man die suchen und dadurch bisher noch nicht gesehene Beiträge und Profile vorgeschlagen bekommt. #photography #nofilter #instagram #picoftheday. Endlich zufrieden poste ich den Beitrag und schließe die App wieder, diese To-Do kann ich zumindest streichen.

Derbe Enttäuschung zum Frühstück

Am nächsten Morgen schaue ich mir meinen geposteten Beitrag beim Frühstück erwartungsvoll an. Er hat ganze 16 Likes. Das ist alles? Als ich auf die Likes gehe, sehe ich, dass 13 von diesen Likes von Leuten kommen, die ich persönlich kenne und gebeten habe, mein Profil zu abonnieren. Uff. Ich dachte ich hätte zumindest diesen einen Beitrag richtig gemacht und könnte mit ein wenig mehr Zuwachs auf meiner Social Media Seite rechnen. Als ich meine Enttäuschung gerade mit einem Schluck Kaffee runterspülen will, klingelt mein Handy.

Like Button

„Agenturen? Für Instagram Profile?“

„Guten Morgen, Hannah.“, begrüße ich sie.
„Morgen, na wie läuft’s?“
„Du, es könnte besser sein,“ sage ich. „Ich hab gestern versucht meine Seite ein bisschen auf Social Media zu bewerben, aber das hat leider alles andere als geklappt.“
„Ach, das hab ich gesehen!“, sagt Hannah. „Ich hab es auch direkt geliket.“
„Ja, danke. Aber da bist du leider eine der wenigen. Ich wollte damit eigentlich neue Leute gewinnen, durch die Hashtags und so, weißt du?“
„Hmm, da muss ich aber sagen, hast du ziemlich ausgelutschte Hashtags genommen. Die benutzt halt so gut wie jeder auf Social Media, da wirst du kaum mit auffallen.“
„Oh man, nicht mal das kann ich richtig,“ entgegne ich niedergeschlagen. „Ich hab auch versucht eine Story zu machen und sogar ein paar Videos als Reels gedreht, aber das war alles noch viel schlimmer. Ich bin für Social Media wohl einfach nicht gemacht. Glaubst du, ich kann es vielleicht auch ohne schaffen? Das würde mein Leben auf jeden Fall um einiges erleichtern.“
Hanna zögert kurz. „Heutzutage? Ich fürchte leider nicht. Der Trend bewegt sich ja immer mehr von richtigen Werbekampagnen weg und auf bloße Social Media Strategien zu. Manche Unternehmen benutzen sogar gar nichts anderes mehr. Aber dafür gibt es doch auch Agenturen, hast du daran schon mal gedacht?“
„Agenturen?“, frage ich überrascht. „Für Instagram Profile?“
„Quasi. Solche Agenturen helfen dir auf jeden Fall Beiträge für Social Media zu verfassen. Eine bekannte von mir hat auf jeden Fall so eine Agentur engagiert und ihren Umsatz innerhalb eines Monats um ein vielfaches gesteigert! Für sie hat sich das wirklich gelohnt.“
„Wow, das hört sich wirklich gut an,“ sage ich, in Gedanken bereits bei einer Internetrecherche. „Ok, Hannah, ich danke dir für den Rat, aber ich muss langsam los. Mach`s gut!“

Dem Leid ein Ende bereiten

Sofort nachdem wir aufgelegt haben, setze ich mich an meinen Computer und gebe bei Google ‚Social Media Agentur‘ ein. Es poppen direkt mehrere hundert Ergebnisse auf. Die ersten sind die typischen Anzeigen, für die die Unternehmen gutes Geld bezahlen. Die nächsten paar Ergebnisse sehen jedoch schon sympathischer aus. Darunter auch direkt eine, die sogar hier in Wuppertal ihren Sitz hat. Überzeugt von der Aufmachung und der Aussicht, dass ich mich selbst bald nicht mehr damit herumplagen muss, setze ich direkt eine Mail auf. „Liebes Kreativ-Kontor Jansen & Jansen…“